Am 27. Januar gedachten wieder viele der Opfer der Shoa und erinnerten an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz 1945 durch die Rote Armee. Auch die Ursulaschule in Osnabrück versammelte sich zum gemeinsamen Gedenken.
Häufig wurde in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland die Aussage getätigt: „Davon haben wir nichts gewusst!“. Wie die Quellenarbeit einiger Schüler*innen zeigte, war Osnabrück hier keine Ausnahmen. Zahlreiche Aussagen von Osnabrücker*innen sind erhalten und einsehbar, die mit diesem Satz versuchten sich selbst, die Täter wie die Nutznießer zu schützen. Doch ebenso zeigen die Quellen, dass diese Aussagen schlicht gelogen waren. Man wusste was geschah, man sah wie die Jüdinnen und Juden, wie politische Gegner und andere zu Feinden der NS-Ideologie degradierte Bürger*innen dieser Stadt ausgegrenzt, entrechtet, verschleppt, gefoltert oder zur Zwangsarbeit genötigt wurden.
Ihnen an diesem Tag zu gedenken und das Leiden nicht vergessen zu lassen, ist heute ebenso unser Anspruch wie hieraus ableitend Verantwortung für uns und unsere Umwelt zu übernehmen. Die Zeit heute ist nicht vergleichbar mit der Zeit des Nationalsozialismus oder den letzten Jahren der Weimarer Republik. Doch sich gegen menschenverachtende Ideologie(n) einzusetzen und solidarisch miteinander zu sein, ist sicherlich eine Lehre aus der Geschichte und eine Einstellung, die wir heute als Schulgemeinschaft aus der Gedenkveranstaltung ziehen.
Felix Dickopp, Ursulaschule
